Ausstellung Design +

In einem großen Wohneinkaufscentrum neben Budapest (MAXCity) wird dieses Wochenende eine Design-Ausstellung veranstaltet. In erster Linie stellen ungrische Designer ihre Sachen aus, und es gibt manches, was wirklich gut gelungen ist. Wie zum Beispiel ein Tisch von Milán Staszkiv aus Stein und Glas. Eine ovale Form aus fein geschliffenem Stein verbunden mit einer runden Glasscheibe. Es erinnert eher an eine Statue als an ein Möbelstück. Auf dem Foto sieht man, wie in der Glastischscheibe sich Lampen spiegeln – entworfen von Ádám Juhász.

Glastisch von Staszkiv Milán

Glastisch von Staszkiv Milán

Manches von Medence Csoport hat mich auch beeindruckt. Sie versuchen alles Mögliche zu recyceln, zum Beispiel Holzkisten und andere Gegenstände. Eine alte Brunnenhandpumpe wurde in eine Lampe verwandelt…

Recycelte Möbelstücke von Medence-csoport

Recycelte Möbelstücke von Medence-csoport

Die bunten Straßenmöbel aus Paletten mit Werbungsplakaten bezogen waren auch interessant. Im Grünen sehen sie noch besser aus als hier, aber man kann schon eine Vorstellung davon bekommen, wie es sein könnte… Am Wiener Donauufer waren sie früher schon zu sehen…

Sessel von Medence csoport

Sessel von Medence csoport

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Müszi

Zur Zeit wird ein neues Forum für Künstler und Designer geschaffen, namens MÜSZI. Der Ort: Blaha Lujza Platz im Herzen von Budapest. (Auch ein Lieblingsaufenthaltsort von Obdachlosen.) Über einem alten sozialistischen Warenhaus werden neue Räume für Studios und Ausstellungen eröffnet. Solange daran noch gearbeitet wird, laufen schon einige Projekte, wie ein Designflohmarkt, gerade heute. Die Plastenka Taschen fand ich am besten: Aus Abfall wurden sie genäht.

Plastenka; Taschen aus Abfall recycelt

Plastenka; Taschen aus Abfall recycelt

Ausserdem habe ich auch Ibolya Morvay getroffen, die Ihr Schmuck da verkauft hat. Ihre Werke sind interessante ineinander verschlungene, geflochtene Formen, die sich manchmal in einem Sessel manchmal in Schmuckstücken vergegenständigen.Sessel von Ibolya MorvayEs gab auch eine kleine Tour, wo wir durch die gerade jetzt entstehenden Räume geführt worden sind; wir haben zum Beispiel ein altes Fundbüro angeschaut – wo sich die Schätze der sozialistischen Zeit verbergen. Erinnerungstücke an eine vergangene Zeit. In erster Linie viel Abfall… Dazu noch ein Bild: ich konnte nicht rausfinden, ob diese Statue eine Schaufensterpuppe gewesen sein soll oder was???Warenhaus Corvin dritter StockWenn alles fertig wird, dann schreibe ich noch einen Beitrag darüber.

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Ausstellung HU GLASS

Die ungarische Gesellschaft für Glaskunst organisierte eine ausgesprochen interessante Ausstellung, die gestern eröffnet wurde. Falls Ungarn in kürzer Zukunft nicht pleite geht, dann gibt es Hoffnung – zumindest, was die Glaskunst betrifft. Sehr schön war unter anderem  die Blaue Bucht von Mária Lugossy. Es schien, als würden sich die Glashügel in einem Glasteich spiegeln. In Wirklichkeit war das Spiegelbild auch aus Glas geschaffen, aber wie – keine Ahnung…

Blaue Bucht von Maria LugossyDie Lichtgestalten von János Zsolt Budai gefielen mir auch gut. Die waren vermutlich einfach gebogene Neonröhre. Normalerweise werden diese Gegenstände als Neonreklame benutzt, aber hier in eine andere Umgebung gesetzt waren sie verblüffend. Im guten Sinne.

Lichtgestalten von János Zsolt BudaiUnd das Beste vielleicht: Censored Nude von István Czebe. Was “zensiert” ist, wird eigentlich eher hervorgehoben. Und die ganze Gestalt sieht am meisten einer Cartoonfigur ähnlich. Die Glaskunst hat den Witz entdeckt. Diese Plastiken und noch viele andere können noch bis 13. Februar angeschaut werden.Censored nude von István Czebe

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Bühnenkostüme von Tamás Király

Im Rahmen des Geburtstages von Tamás Király – ein bekannter ungarischer (Anti)-Modedesigner – wurde das Stück Baltasarnachtstraum vom Theater Baltazar aufgeführt. Diese Theatergesellschaft besteht aus geistig behinderten Schauspielern – und sie haben eine völlig umgestaltete Variante von Shakespeares Sommernachtstraum gespielt, und zwar in den Bühnenkostümen von Tamás Király. Und da die Schauspieler fast gar nicht gesprochen haben, ist den Kostümen eine sehr große Rolle zugekommen, manchmal hatte ich sogar den Eindruck, dass ich eine Modeschau sehe. Weiß und leuchtend – so waren die Kleider, wahrscheinlich zum Teil aus dem Grund, dass das Stück nachts in dem dunklen Garten des Király-Bades aufgeführt wurde. Ich muss zugeben, dass ich in diesem alternativen Sommernachtstraum nur Oberon und Titania und den Esel – ein Fahrrad mit einem Eselkopf ergänzt – erkannt habe. In ihren Kostümen schienen sie am meisten einem Igel und einer traurigen Schachkönigin ähnlich… Außerdem ist noch das Mädchen erwähnenswert, das vielleicht in der Rolle von Puck wortwörtlich glänzend gespielt hat: in einem Kleid aus Plastiktüten und mit Led-Leuchten…

Zufällig habe ich auf der Veranstaltung Zsolt Venczel getroffen – einen Modefotografen, der so nett war mir einige Bilder zur Verfügung zu stellen:

Ein Kostüm von Tamás KirályEin Kostüm von Tamás Király in BalatasarnachtstraumEin Kostüm von Tamás Király in BaltasarnachtstraumEin Kostüm von Tamás KirályTamás Király mit den Schauspielern

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Gelegenheitskleider von Mária Kolbása

In FISE ist derzeit eine kleine aber feine Ausstellung aus den Kleidern der Designerin Mária Kolbása zu sehen, die noch bis zum 10. September 2011 geöffnet bleibt. Die Kleider betonen die Weiblichkeit, aber sie enthalten auch was Besonderes und Einzigartiges; ein überraschendes Detail oder ein scharfer Kontrast zwischen strengen geometrischen Formen und der weiblichen Linienführung. Mir hat am meisten gefallen, wie die Künstlerin den weiblichen Hintern – vor allem bei den Hochzeitskleidern – in den Vordergrund gerückt hat. So zum Beispiel:

Hochzeitskleid von Mária Kolbása

Hochzeitskleid von Mária Kolbása

Aber die verschiedenen Zusammenstellungen in Pink und Rosa hatte ich auch gern.

Pink Blazer von Mária Kolbása

Pink Blazer von Mária Kolbása

Kleid mit geometrischen FormenMehr Bilder füge ich nicht bei, sonst würde ich den Spaß am Neuen für diejenigen verderben, die die Ausstellung anschauen wollen. Der Ausstellungsraum von FISE ist übrigens in Budapest Kálmán Imre utca 16.

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Neue Mode auf dem alten Busbahnhof

Der alte Busbahnhof in der Mitte von Budapest hat sich jetzt in einen Design-Bahnhof / Design-Terminal verwandelt. Und die erste Austellung – eine Mode-Ausstellung – ist besonders gut gelungen. Der Titel ist ein unübersetzbares Wortspiel, das mit neuen Gedanken und Knöpfen zusammenhängt – Bedenk es neu / versieh es mit neuen Knöpfen – oder vielleicht ist es besser, wenn ich eine genaue Übersetzung nicht weiter forciere. Der Ausstellung ist ein Wettbewerb vorangegangen, dessen Ziel es war Tradition und Modernität neu zu definieren.

Die Tasche von Vanda Berecz hat mir am besten gefallen. Dieses Stück besticht durch ihre Einfachheit. Die Blume ist nicht bloß eine Verzierung, sondern sie bestimmt die Form, und das Ganze Objekt wirkt trotzdem natürlich. Auf jeden Fall sollte diese Tasche nicht nur als Ausstellungsstück zum Betrachten dienen.

Manchmal schien mir der Hinweis auf alte ungarische Tradition ein bisschen zu weit hergeholt. Aber einige Designer konnten eine natürliche Harmonie erschaffen. Vanda Berecz und Renáta Bán gehören in meinen Augen zu ihnen. Die Kollektion heißt Landnahme.

Auf jeden Fall lohnt es sich die Ausstellung anzuschauen. Die Bandbreite ist sehr groß und reicht von untragbaren Kreationen bis hin zu Kleidungsstücken, die zugleich interessant und gewagt aber nicht übertrieben oder bemüht wirken. Als Schluss möchte ich noch die Regenmode von der Patent-Gruppe vorstellen.

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Art on Lake

Eigentlich hat es in erster Linie mit Kunst zu tun, und nicht mit Design, aber auf der anderen Seite hängt das Projekt -Kunst auf dem Teich – mit der Einrichtung von Außenräumen zusammen: Es wurde nämlich ein Teich mit Kunstobjekten eingerichtet, als wäre das ein Wohnzimmer. Man kann diese Statuen mit Booten umfahren. Die Idee der Ausstellung stammt vom Direktors des Museums der Bildenden Künste – László Baán.

Seele XII von Jaume PlensaHier sieht man einige der Besucher in der Nähe meines Lieblingsobjekts: Die Seele XII von Jaume Plensa. Der Titel des Blogs lautet jedoch: individuelles ungarisches Design, deshalb sollte ich wahrscheinlich die ungarischen Künstler hervorheben. (Hier gibt es Werke von 26 Künstlern, und nur drei davon sind ungarischer Herkunft.) Also gut, ein interessantes Werk von Balázs Kicsiny habe ich auch sehr gern gehabt: Es handelt sich um drei Autos, die zu einem irgendwas zusammengefügt wurden. Und in diesem Autokentaur – oder wie ich das Kunstobjekt bezeichnen soll – sitzen drei Männer in Helmen und essen zu Abend. Und der Titel lautet: “Später Aufbruch, frühzeitige Heimkehr” Hat jemand eine Idee? Kicsiny Balázs: Später Aufbruch Frühzeitige Heimkehr (Art on Lake)Alle, die den Zusammenhang zwischen dem Objekt und dessen Titel erkannt haben, können mir Bescheid sagen. Oder sie können die Ausstellung noch bis zum 4. September dieses Jahres anschauen.

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Pucc

Eine meiner Lieblingskünstlerinnen (Zsuzsa Heim), die in erster Linie Kleider und Kissenbezüge entwirft, hat jetzt auch neuartige Aufträge bekommen: Für eine Firma hat sie die Glücksbringer-figur erarbeitet. Ähnliche Figuren sind schon bei ihren Kissenbezügen vorgekommen, sie waren die „Taschenbewohner” Im Rahmen eines Gesprächs habe ich viel Neues über sie und über ihr Brand erfahren. Zum Beispiel darüber, wie der Brand Pucc zustande gekommen ist.

Zsuzsa bei der Arbeit

„Wir zu viert haben Pucc gegründet: Ildikó Kiss, Melinda Szentpétery, Eszter Szűcs und Zsuzsa Heim. Wir alle haben verschiedene Fächer an der Hochschule von Kunstgewerbe studiert, aber gerade das war dasjenige, was uns am meisten geholfen hat, denn wir konnten die Themen unter verschiedenen Aspekten betrachten. Nach der Uni wollten wir weiterhin zusammen arbeiten, deshalb entstand Pucc Streatwear. Als die Zeit verging, wuchs das Interesse für unsere Arbeiten, es gab Modeschauen, und die ersten Kleinfiguren wurden aus Reststoffen genäht.”Glücksbringer-Figuren

Das andere interessante Thema für mich war das Schicksal der früheren Designer toys – oder wie diese kleinen Glücksbringer-Figuren genannt werden sollen -.
„Vor einigen Jahren wollten die WAMP Leute (WAMP = Design Messe in Budapest) ihren Partnern zu Weihnachten etwas WAMPmäßiges schenken, und sie haben mich beauftragt etwas zu entwerfen. 80 Figuren entstanden, alle durch und durch weiblich und alle verschieden. Ähnliche Aufträge bekam ich von Bookline und andere Firmen.”
Am besten aber sprechen die Bilder für sich!

Designer-Toys für die WAMPoriginelles Toporiginelle Zusammenstellung

(Die Bilder sind auch auf der Seite von http://shopping.hu/ erschienen.
Kissenbezüge von Zsuzsa Heim sind im Webshop zu kaufen: www.iudesign.at)


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Interview mit Hajnalka László

Hajnalka László ist eine frische Absolventin der Moholy-Nagy László Universität. Sie ist sehr kreativ, voll mit neuen Ideen, und da sie das Logo unseres Webshops mitentworfen hat, ist sie besonders wichtig für uns. Aus diesem Grund habe ich ein kurzes Interview mit ihr gemacht:

- Welches deiner Werke oder Ergebnisse macht dich am meisten stolz?

- Am stolzesten bin ich auf Werke, die Gefühle hervorrufen – seien sie positiv oder negativ. In diese Kategorie gehört meine Gewürzstreuerserie, die aus autonomen Objekten besteht, die sogar dem Selbstzweck dienend angesehen werden können, trotzdem bekomme ich sehr oft anerkennendes Feedback für diese Gegenstände. (Diejenigen, die am besten gelungen sind, sind auch in dem Webshop zu kaufen.)

- Hast du ein Vorbild? Wenn ja, wer ist er oder sie und warum?

- ja, und zwar – auch wenn es sich seltsam anhören mag- mein Freund. Wenn ich meine Karriere so gestalten könnte, wie er seine, dann wäre ich schon reich und erfolgreich. Ich bin eine typische Künstlerin, die ihr Leben nicht immer in den Griff bekommt, während er ein einfolgreicher Designer ist, der in Vollzeit arbeitet, an vielen Ausschreibungen teilnimmt, sein eigenes Studio leitet, und das alles in der Hand hält. Ausserdem finde ich seine Werke inspirierend.

-Was wärst du geworden, wenn nicht Designerin?

-Die Kunstgeschichte hat mich immer sehr interessiert, sowas würde ich auch heute noch ohne weiteres studieren. Im Übrigen koche ich sehr gern, vielleicht werde ich in einem anderen Leben Köchin.

- Was machst du lieber: Kunstwerke oder Gegenstände, die über eine Funktion verfügen?

-Am liebsten mache ich Gegenstände, bei denen beide Aspekte zum Tragen kommen. Die Objekte sollten auch dann funktionieren, wenn sie wortwörtlich genommen gerade nicht benutzt werden: durch ihren ästhetischen Wert.

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Balllon

Es muss genau mit drei L geschrieben werden, denn ursprünglich hatte die Künstlergruppe Balllon drei Mitglieder. Jetz sind sie zu fünft. Anikó Horváth ist für die Schuhe zuständig, Karattur Katalin macht Taschen, Mariann Korényi stellt unter dem Brandnamen Maan Strickware her und Krisztina Marosi und Eszter Sánta entwerfen und nähen Kleider. Der Name sollte also eigentlich jetzt mit fünf L geschrieben werden, wenn es nicht megaloman wirken würde.

Sie nahmen an wichtigen Projekten Teil, unter anderem stellten sie eine Kollektion anlässlich des ungarischen renaissance Jahres zusammen. Manche Stücke wurden unter anderem auch an der Triennale der Textilkunst vorgestellt. Wie diese:

Triennale der TextilkunstIch versuchte ihre Ars Poetica so gut, wie möglich zu übersetzen: “Balllon ist  ein Raum, der sich für die Eintretenden öffnet.  Balllon ist eine Gemeinschaft, wo die Individualität zu Wort kommt, und Form, Farbe und Scnitt zur Eleganz aufwachen. Balllon hebt über den Alltag. Balllon kleidet, ist eine keine Garderobe, wo du alles von Schuh bis Jacke findest.”

Hier noch eine Frau völlig in Balllon gekleidet:

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